25. Jubiläum

1990—2015
Wir feiern 25 Jahre Sieben Mühlen!

Seit unserem 20-jährigen Jubiläum sind schon wieder fünf ereignisreiche Jahre vergangen. Und immer noch treibt uns die Freude unserer Gäste über gelungene Veranstaltungen zu neuen Planungen an. Seit wir im Keller des Alten Weinguts eine Bistrobestuhlung haben, so meinen wir jedenfalls, ist die Atmosphäre bei uns noch dichter geworden. Und unsere Küche und der Weinausschank werden mehr denn je auf Trapp gehalten. Besonders freuen wir uns, dass die Möglichkeit, mit den Künstlern im Anschluss an die Veranstaltungen in gemütlicher Runde bei Wein und Essen zusammen zu kommen, von immer mehr Besuchern geschätzt wird.

Neu hinzugekommen ist die Wein– und Kulturwanderung, die wir zusammen mit Großkarlbacher Winzern und anderen veranstalten, und die wir im Jubiläumsjahr noch erweitern werden, und an dessen Ausklang die Jubelfeier stehen wird. Wir ruhen uns nicht auf dem Erfolg des Vergangenen aus, sondern wollen mit frohem Mut auch in der Zukunft Neues gestalten. Bleiben Sie uns gewogen und — bitte — bringen Sie Ihre Freunde mit.

Herzliche Grüße und vielen Dank an unser Publikum

Ihr

Jürgen Klüpfel

 

20. Jubiläum


20 Jahre "Sieben Mühlen" Kunst- und Kulturverein Großkarlbach e.V.

von Rudolf Walther


Im Frühjahr 1990 versammelten sich rund 2 Dutzend Großkarlbacher um einen Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im ländlichen Raum zu gründen. Der Namenszusatz „Sieben Mühlen“ sollte ein Bekenntnis zur bedeutenden Mühlentradition unseres Heimatortes sein und zugleich auch ein Versprechen, sich der Erschließung der Heimatgeschichte zu widmen, ein Ziel, das auch ausdrücklich in die Satzung aufgenommen wurde. Der Vereinszweck wird beschrieben in §2: Zweck

„Zweck des Vereins ist die Förderung und Pflege von Kunst und Kultur in den Bereichen Musik, Malerei, Literatur, bildende und darstellende Kunst sowie die Erforschung und Pflege heimatlicher Kulturgüter und der Mundart. Der Verein veranstaltet hierzu Konzerte, Ausstellungen, Arbeitskreise, Vorträge, Diskussionen und führt alle ihm zur Erreichung des Vereinszweckes geeignet erscheinenden Maßnahmen durch.“

Udo Wanders, der zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde, hatte viele großartige Ideen, Kunst jeder Art ins Dorf zu holen, und eine rührige Schar gleichgesinnter Helfer unterstützte ihn tatkräftig dabei.

 

Inzwischen sind 20 Jahre ins Land gegangen und eine unübersehbare Vielzahl von großen und kleinen Veranstaltungen haben bewiesen, dass der Verein seinen Zielen treu geblieben ist und sie trefflich umgesetzt hat. Dies zeigen insbesondere die stets positiven und anerkennenden Berichte und Kommentare aus Presse, Rundfunk und Fernsehen.

So lesen wir zum Beispiel in der Einleitung zu einem Bericht in der RHEINPFALZ am 12. Juni 1995:

„Wenn der Großkarlbacher Sieben Mühlen Kunst- und Kulturverein zu einer Veranstaltung einlädt, kann man inzwischen davon ausgehen, dass Außergewöhnliches geboten wird.“

Dieser Rückblick kann keine lückenlose Aufzählung aller Aktivitäten leisten. Dies wird schon allein daraus klar, dass bei einem „Vorweihnachtlichen Konzert“ in der katholischen Jakobuskirche am 23. Dezember 1992 das „Jubiläum der 40ten Veranstaltung“ begangen werden konnte. Die erste Veranstaltung, mit der sich unser Verein in der Öffentlichkeit präsentierte, war das 1. Großkarlbacher Kulturfest am 12. August 1990.

Damals bewältigte unsere Vereins-Mannschaft in 28 Monaten 40 Veranstaltungen, wobei sich im Laufe der Zeit Traditionen herausbildeten, zu denen in erster Linie das Kulturfest im August gehört, bei dem sich auch die vielgelobte Verbindung von Kunst und Kulinarischem entwickelte.

Veranstaltungsort war zunächst überwiegend die Rheinmühle mit ihren Höfen und Räumlichkeiten. Dann kamen aber auch Veranstaltungen in den beiden Großkarlbacher Kirchen, im Bürgerhaus, in der Heckmühle und im „Alten Weingut“ hinzu.

Die hohen Kosten, dies wurde schnell klar, die ein so anspruchsvolles Programm verursacht, zwingen dazu, sich entsprechende Einnahmen aus anderen Quellen zu beschaffen, zumal kein Eintritt erhoben wurde. Deshalb entschloss sich der Vorstand 1991 dazu, mit der Bewirtschaftung des „Schlemmerhofes“ der Familie Werner am Kändelgassenfest teilzunehmen. Was wir 14 Jahre lang durchhielten.

Ein weiters Großereignis, das von 1993 bis 1996 immer am ersten Septemberwochenende von Freitag bis Sonntag stattfand und sehr rasch unser Dorf zum Geheimtipp in der Folk-Szene machte, war das „Großkarlbacher Folkfestival“. Im Jahre 1995 wurde es im Rahmen des „Kultursommers Rheinland-Pfalz“ unter dem Motto „Nachbar Amerika“ gefördert. Noch heute kommen Anfragen oder bedauernde Kommentare, dass dieses heitere, friedliche Fest nicht mehr stattfindet.

Eine zu hohe, kräftezehrende Veranstaltungsdichte mit Kändelgassenfest im Juli, Kulturfest im August und Folkfest im September führte zur Überforderung. Opfer mussten gebracht werden. Die Satzung musste geändert werden, da sich die pflichtgemäße Wahl von 5 bis 7 Beisitzern auf Dauer als schwierig erwies. Es wurde umgestellt auf eine Berufung von Beisitzern nach Bedarf.

 

Als weitere Veranstaltungs-Traditionen bildeten sich heraus: Literatur-Lesungen, Martini-Ausstellungen, Musikalisch umrahmte Märchenabende, Vorweihnachtliche Konzerte und Theateraufführungen z.B. mit Eugen Damm (Ääs; Soi’m Soiner) oder der IRISH ACTORS THEATRE COMPANY aus DUBLIN. Das “Schlachten der Kulturella” im Advent bei Herrmann Ploch knüpfte an die Tradition der früheren Hausschlachtungen an.

Herausragende Ereignisse, an die wir uns alle gerne erinnern, waren:
Die Polnische Kulturwoche vom 22.06. bis 29.06.1991 mit einem außergewöhnlich reichhaltigen Programm, das uns großes Lob eintrug.
Die Renovierung und Eröffnung der ersten „Kulturkneipe“ im Wiesengrund im März 1992.
Die große „Jubiläums-Gala“ zum fünfjährigen Bestehen des Vereins am 18. Febraur 1995 im frisch renovierten Bürgerhaus.
Die Herausgabe unserer beiden Bücher von Erwin Martin über Großkarlbach:„
Pfälzer Dorfgeschichten“ (Erinnerungen an das alte Großkarlbach) im Mai 1996 und
„Pfälzische Dorfgeschichte“ (Ländliche Kultur am Beispiel Großkarlbach) im Herbst 1998. Beide riefen ein außerordentlich positives Echo in der Öffentlichkeit hervor.

Im Jahre 1997 kam der Verein zu einem eigenen Vereinsheim, dem sogenannten „Kulturtreff“ im alten Pfarr- bzw. Rathaus in der Kändelgasse, das wir von der Gemeinde anmieten konnten. Seitdem finden dort regelmäßig alle Versammlungen, Sitzungen, „Kulturstammtische“ und Feiern des Vereins statt. Jährlich gibt es mehrere Ausstellungen und kleinere Veranstaltungen mit bis zu 50 Besuchern.

Leider gab es auch tieftraurige Momente in der Gemeinsamkeit der Großkarlbacher Kulturfreunde. Dazu gehört die schwere Erkrankung und der frühe Tod des Gründungsvorsitzenden Udo Wanders am 23. Mai 1999. Udo Wanders war der Motor des Vereinslebens gewesen, er konnte mit seiner Begeisterungsfähigkeit andere anstecken und die Vereinsmitglieder zu erstaunlichen Leistungen motivieren. Er hat uns viel abverlangt, aber auch viel gegeben. Er durfte die „Silvester-Gala“ zum Jahreswechsel 1999/2000, auf die er sich so gefreut hatte, nicht mehr erleben. Wir begingen „10 Jahre Sieben Mühlen“ ohne ihn.

Bei der Jahreshauptversammlung am 25. 02. 2000 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Reiner Graw übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden. Zu Stellvertretern wurden Heike Behrendt und Volker Budde gewählt, zum Kassenwart Rudolf Walther. Schriftführerin blieb Gabriele Stabel.

Mit jedem tiefgreifenden Wechsel im Vorstand eines Vereins geht immer auch ein Wandel des Arbeits- und Führungsstils einher. Man musste neu zueinander finden, obwohl man sich längst gut kannte. Neue Mitglieder kamen hinzu, andere schieden aus. Das Vereinsleben musste weitergehen. Es gab weiterhin Kulturfeste mit abwechslungsreichen Programmen. 2001 waren wir wieder mit dem Motto „Wasserkräfte“ im Kultursommer Rheinland-Pfalz dabei.

Die Teilnahme am Kändelgassenfest erwies sich zunehmend als zu kräftezehrend und zu wenig profitabel, so dass wir gezwungen waren, uns aus der Bewirtung zurückzuziehen. Dies führte naturgemäß auch zu Veränderungen im Ablauf der Kulturfeste, für die wir nun Eintritt erheben mussten.

Die moderne Informationstechnik hielt in der Vereinsführung Einzug. Die Buchführung und Finanzverwaltung wurden nun mit Unterstützung des Computers bewältigt, eine eigene Internet-Seite wurde 2001 erstellt, so dass man unter www.siebenmuehlen.de den Verein virtuell besuchen kann.

Als Reiner Graw 2006 aus persönlichen Gründen nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden kandidierte, wurde mit Michael Haensel ein „Theatermann“ gewählt, der als neue Veranstaltungen das Kindertheater einführte und dessen gute Beziehungen vor allem zu seinem „ehemaligen“ Theater im Pfalzbau dem Verein auch heute noch sehr zustatten kommt.

Neue Veranstaltungsorte kamen hinzu. Für zwei Sommerfeste konnten wir den schönen großen Garten der „Palatina Keramik“ nutzen und in diesem Jahr sind wir zu Gast im wunderbaren Anwesen des Weingutes Lingenfelder.

Auf drei besonders erfolgreiche und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sei noch eingegangen. Da ist einmal auf die „Großkarlbacher Woche der Begegnung“ im November 2008 hinzuweisen, an deren Austragung unser Verein den Hauptanteil hatte; die gelungene Dokumentation hierzu liegt noch vor (www.grosskarlbacher-vielfalt.de).

Einen großen Anklang fand auch die  Ausstellung „Großkarlbach in historischen Photographien“, die wir aus den Sammlungen von Elisabeth Erbacher-Schläfer und Kurt Breßler zusammenstellen konnten, um sie, flankiert von einer Reihe von Sonderveranstaltungen mit Filmvorführungen, Vorträgen und Aussprachen, der Öffentlichkeit vorzustellen. Auch hierzu liegt noch ein interessanter Ausstellungskatalog vor.

Noch ganz frisch in Erinnerung ist die Gemeinschaftsveranstaltung „Großkarlbacher Erlebnistag“ unseres Vereines mit dem TUS Großkarlbach und dem Verein zur Förderung Kinder und Jugendlicher am 12. Juni 2010 im und um den „Kulturtreff“ in der Kändelgasse herum. Alle Teilnehmer hatten bei dieser Veranstaltung viel Spaß.